Ein Shooter mit Tiefgang
Willkommen in Rapture! Vor gut zwei Jahren gelang es 2K Games mit Bioshock ein Spiel zu erschaffen, wie es die Welt so noch nicht gesehen hatte: Eine hoch philosophische und für Shooter unglaublich intelligente Story, clevere Gameplayideen, atemberaubende Grafik und Effekte und ein utopisches Unterwassersetting, voller wahnsinniger Mutanten, kleinen Mädchen, furchteinflößenden Monstern in Taucheranzügen und mit besonders viel Art-Déco. Dies alles erzeugte letztlich eine packende Atmosphäre, die noch viel tiefer ging, als das Meer in dem sich die ganze Geschichte abspielte. Nun nimmt uns Bioshock 2 also erneut mit auf einen Trip nach Rapture. Doch kann uns die Unterwasserstadt immer noch so in ihren Bann ziehen, oder ist inzwischen der letzte Funken Leben aus dieser Tiefseemetropole erloschen?
![]() Willkommen in Rapture! |
Im Körper des Feindes
Andrew Ryan ist tot und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Und so übernehmt ihr in Bioshock 2 auch die Rolle einer der gefürchtetsten Kreaturen aus dem ersten Teil: Ihr schlüpft nämlich in den kiloschweren Taucheranzug eines Big Daddys! Das sind diese monströsen Kreaturen, bei deren walartigen Stöhnen euch im ersten Teil noch Angst und Bange wurde und gegen die jeder Kampf eine erneute Mutprobe darstellte. Noch immer leben diese Wesen in einer schaurigen Symbiose mit den Little Sisters, kleinen Mädchen, die darauf trainiert sind, Leichen auszuweiden um deren Adam zu gewinnen; eine Substanz, die es den Einwohnern Raptures ermöglicht ihre Gene zu verändern und so übernatürliche Fähigkeiten zu erlangen.
Aber ihr seid nicht irgend ein Big Daddy, ihr schlüpft in die Rolle von Subject Delta - dem allerersten Big Daddy. Nachdem ihr zehn Jahre lang außer Gefecht wart, ist in Rapture nichts mehr so wie früher. Andrew Ryan ist tot, die meisten Einwohner Raptures haben ihren letzten Funken Menschlichkeit verloren und sind nur noch abhängige, mutierte, verkommene Schatten ihrer Selbst und die gesamte Unterwasserstadt ist sowieso marode und halb zerfallen. Da erklärt es sich eigentlich ganz von selbst, das ihr am besten möglichst schleunigst Reißaus nehmen und an die Oberfläche zurückkehren wollt. Nur leider gibt es da ein Problem. Als der allererste Big Daddy seid ihr mit eurem Laben an eure Little Sister, in diesem Fall eure Tochter gebunden. Wollt ihr überleben, bleibt euch also nichts anderes übrig, als eure Tochter zu suchen. Nur leider Gottes befindet sich eure Tochter in der Gewalt von Sophia Lamb. Einer Frau, die nach Andrew Ryans Tod die Macht in Rapture übernommen hat und von einer kultisch, religiösen Ideologie getrieben - die in ihren kommunistischen Zügen, den Gegenentwurf zu Raptures ursprünglichen Idealen darstellt - ihre ganz eigenen Pläne mit eurer Tochter hat und euch deshalb als Störfaktor betrachtet, der aus der Welt geräumt gehört.
![]() Die Little Sisters sind natürlich wieder mit von der Partie |
Wie die meisten von euch wohl schon gemerkt haben, ist die Story in Bioshock 2 alles andere als simpel und in wenigen Sätzen erklärbar. Und tatsächlich steht die Story von Bioshock wieder einmal im krassen Gegensatz zu den meisten Wegwerfstories gängiger Shooter. Rapture ist ein unglaublich dichtes Universum voller besonderer Charaktere und erzählenswerter Geschichten, die zum größten Teil über Audiologs wiedergegeben werden und von Raptures stetem Zerfall erzählen und gewaltig zur Gesamtatmosphäre beitragen. Zwar kommt die Story nicht an die unglaublich clevere, sehr stark philosophische Story des Vorgängers heran, ist aber immer noch auf einem Genre-untypisch hohem Niveau.
Doch auch wenn der zweite Teil storytechnisch etwas kürzer treten muss, hat Rapture nichts von seiner Faszination verloren. Denn immer noch ist Bioshocks wohl größte Stärke, die unglaublich tiefgehende Atmosphäre, die sich so in keinem anderen Spiel finden lässt. Dabei lässt sich die gelungene Atmosphäre des Spiels nicht an nur einem Punkt festmachen; es ist vielmehr die Summe vieler Teilaspekte, die Bioshock 2, genau wie den Vorgänger, zu so einer gelungenen Atmosphäre verhilft. Ob es nun die Big Daddys sind, die zusammen mit ihren Little Sisters umherschweifen und ein so ungleiches und bizarres Duo abgeben, ob es die mutierten Splicer sind, die für ein bisschen mehr Adam ihr Leben opfern würden oder die gesamte Szenerie im Stile und mit Musik der 50er/60er Jahre. Und auch wie beim erste Teil, sind es oft die stillen Momente in denen ihr ganz allein in dieser maroden Stadt unterwegs seid und mehr über den langsamen Zerfall der Gesellschaft erfahrt, die einen am meisten fesseln. Und an dieser Stelle könnte man sicherlich Kritik anbringen. Denn Bioshock ist an und für sich keine neue Erfahrung, sondern fühlt sich vielmehr an wie ein "Bioshock: Reloaded". Nichtsdestotrotz ist Rapture immer noch so faszinierend, dass dieser Umstand wohl nur wenige stören wird. Außerdem wären da ja noch die Big Sisters.
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Bioshock 2

Action
Verlag: 2K Boston/2K Australia
Etwa 10 Jahre nach den Ereignissen des ersten BioShock erklingen in den Gängen von Rapture erneut die Sünden der Vergangenheit. Entlang der atlantischen Küste hat ein Monster kleine Mädchen entführt und sie zurück nach Rapture, der Stadt im Meer, gebracht. Der Spieler schlüpft in die Rolle des wohl bekanntesten Einwohners von Rapture, dem Big Daddy, und wandert durch die verfallene und doch wunderschöne Stadt auf der Jagd nach einem unbekannten Feind und auf der Suche nach Antworten, um das eigene Überleben zu sichern. Der Multiplayer-Modus von BioShock 2 ergänzt das Universum um eine ...weiterlesen





