All Points Bulletin

Ist das stylische Shooter-MMO euer Geld wert?

Seite 1: GTA meets Counter Strike
Nachdem Blizzard mit World of Warcraft so eindrucksvoll bewiesen hat, wie viel Geld mit MMOs zu holen ist, sind natürlich auch andere Publisher auf das noch relativ junge Genre aufmerksam geworden. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass es alles andere als einfach ist, den Genrekönig vom Thron zu vertreiben und so muss man sich halt etwas einfallen lassen, will man etwas vom MMO-Kuchen abhaben. Electronic Arts hat sich in dieser Hinsicht in letzter Zeit reichlich kreativ gezeigt und bringt neben dem kommenden Need for Speed World nun auch den MMO-Shooter All Points Bulletin auf den Markt.
 


GTA meets Counter Strike
Ganz MMO-typisch ist der Storyaspekt von All Points Bulletin ziemlich dünn ausgefallen. Immerhin gibt es eine kleine Hintergrundstory zum Spiel, die euch in das Setting einführt. Die ehemals so glamourösen Stadt San Paro, in der sich niemand darum kümmert, was du tust, solange du dabei cool aussiehst (Zitat Handbuch), befindet sich im Bürgerkrieg. Der Kampf zwischen Kriminellen und Gesetzeshütern, den sogenannten Enforcern, ist in vollem Gange und ihr müsst euch für eine Seite entscheiden.
Habt ihr euch für eine Fraktion entschieden und das mehr als nur dürftige Tutorial abgeschlossen - wenn ihr glaubt ihr seid nach dem Tutorial für das Spiel gerüstet, liegt ihr gnadenlos falsch. Abhilfe schafft nur Ausprobieren oder Durchstöbern der Hilfeseiten - dürft ihr einen von zwei Stadtteilen auswählen und euch in die Action stürzen.




Gesetzeshüter oder Gangster? Ihr habt die Wahl!



Kommen wir erst einmal zum Spielprinzip. All Points Bulletin kann man sich ein wenig wie eine Mischung aus GTA und Counter Strike vorstellen. Ihr seid in einer recht großen Stadt unterwegs, zumeist mit eurem eigenen Auto, und müsst diverse Missionen erfüllen, die zumeist darin bestehen, zu einem Punkt zu fahren, da kurz eine Aktion auszuführen und dann zum nächsten Punkt zu düsen. Das hört sich jetzt nicht gerade spannend an und das ist es auch nicht - zumindest sofern man die Missionen alleine angeht. Das ist theoretisch möglich, aber All Points Bulletin dreht erst so richtig auf, wenn die anderen Spieler, die auf der Onlinekarte unterwegs sind, mit einbezogen werden.

So könnt ihr Missionen auch zusammen mit zumeist 4-8 Spielern angehen. Der Clou an der ganzen Sache ist nur, dass früher oder später eine ähnlich große und im Idealfall ähnlich starke Gruppe der gegnerischen Fraktion auf euch angesetzt wird und dafür sorgen soll, dass ihr euer Missionsziel nicht erreicht. Dies sorgt für eine sehr interessante Dynamik und gerade der Sandbox-Aspekt des Spiels macht das alles so interessant und ungewöhnlich. Werdet ihr getötet, respawned ihr in nicht allzu weiter Ferne von eurem momentanen Missionsziel, könnt also sofort wieder ins Geschehen eingreifen und die beiden Stadtbezirke sind so ausgeklügelt designed, dass ihr die Umgebung sehr gut mit einbeziehen könnt. Ihr könnt an vielen Stellen Leitern hochklettern oder einen bestimmten Punkt über mehrere Routen erreichen, so dass Campen in dem meisten Fällen praktisch unmöglich ist und man immer auf der Hut sein muss, von wo als nächstes ein Gegner kommen könnte.
Die Tatsache, dass Missionen meist aus mehreren Phasen bestehen sind, verleihen dem Spiel auch noch eine gewissen Rennspielkomponente. Ist euer Teilziel an einem Punkt in der Stadt abgeschlossen, werdet ihr zu einem anderen Punkt geschickt - genau wie eure Gegner natürlich - und so beginnt eine wilde Katz-und-maus-Jagd, wer den Punkt als erstes erreicht - Drive-by-Shootings natürlich inklusive.




Ihr seid viel mit dem Auto unterwegs.



All Points Bulletin hat definitiv seine Höhepunkte und das ganze Räuber-und-Gendarme-Schema hat durchaus seinen Reiz, nur reicht das alleine noch nicht aus, um das Gameplay zu tragen. Tatsächlich kommt All Points Bulletin für ein MMO ziemlich mager daher. Wie bereits erwähnt gibt es nur zwei Stadtteile (eigentlich 3, aber in einem könnt ihr keine Missionen abschließen) und die Missionsarten sind, auch wenn sich die Lokalitäten unterscheiden, fast immer die gleichen. Gerade gepaart mit der technisch ziemlich schwachen Umsetzung verschenkt All Points Bulletin eine Menge Potenzial. Die Steuerung ist teilweise etwas schwammig, sowohl beim Schießen als auch beim Autofahren, viele Spielaspekte werden einem, wie bereits erwähnt, innerhalb des Spiels nie wirklich erklärt, oft hat man Probleme damit, zu erkennen, ob man den Gegner getroffen hat oder nicht, etc.. Hier lässt sich mit ein paar Patches sicherlich so einiges machen, die relative Monotonität des Spiels wäre aber wahrscheinlich immer noch ein Problem.



 

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